Wie die Klangschale in den Westen kam – eine kurze Geschichte der Klangschalen

In Asien weiß man, dass die ganze Welt aus Klang entstanden ist. Es gibt dafür ein Wort: Nada Brahma. Die Klangschale hat daher im Osten eine große Bedeutung und wurde schon immer für die Meditation, die Heilung, für Rituale und als Musikinstrument eingesetzt. Schwerpunkt der Verbreitung waren Länder wie Tibet, Japan, Indien und China. In der Fertigung steckt viel Know How, das im Laufe der Jahrhunderte erworben und nur in der Familie weiter gegeben wurde. Doch wie fand sie nach so vielen Jahren ihren Weg zu uns in den Westen?

Ihre Popularität im Westen verdankt sie vor allem der Globalisierung. Neben der zunehmenden Reisefreudigkeit der Europäer spielte die Flower-Power-Bewegung in den 70er Jahren eine große Rolle. Viele von ihnen suchten spirituelle Erfahrungen in Indien und verbrachten oft eine Zeit in einem Ashram. Dort lernten sie oft Klangschalen und ihre positiven Wirkungen kennen und schätzen. Sie brachten Klangschalen von ihren Reisen mit und kombinierten sie mit ihrer Musik, meditierten mit ihr und erforschten ihre Wirkungen.

Klangschalen-Pioniere

So wie der Pädagoge und Ingenieur für Physkalische Technik Peter Hess, der in den 80er Jahren schnell ihren therapeutischen Wert erkannte. Er ist heute eine Koryphäe in der Klangschalentherapie und hat einen wichtigen Anteil an der Bekanntheit der Klangschale. Er entwickelte die Peter Hess-Klangmethoden, bietet Kurse für Klangmassagen und Klangschalentherapie an und stellt in Asien inzwischen eigene Schalen her, die Therapie-Klangschalen von Peter Hess. Die günstige, heilungsfördernde Wirkung von Klangschalen wurde in den 90er Jahren von weiteren Klangschalen-Forschern wie David Lindner, Frank Plate oder Zoran Prosic-Götte bestätigt.

Meditationsmusik mit Klangschalen

Klaus Wiese: Tibetische Klangschalen IAuch erfolgreiche Musiker wie Deuter, Karunesh oder Klaus Wiese haben ihren Anteil an der Verbreitung. Deuter hat z.B. in den 70er Jahren in einem Ashram in Indien gelebt und dort mit Klangschalen experimentiert. In seiner Meditationsmusik sind die indischen Einflüsse und Klangschalen fester Bestandteil. Auf seinem erfolgreichen Album „Nada Himalaya“ hat er z.B. meditative Musik lediglich mit Tibetischen Klangschalen, Glöckchen und dem Plätschern eines Gebirgsbaches geschaffen.

Auch Klaus Wiese hat mit seiner CD-Reihe Tibetische Klangschalen I-III Maßstäbe gesetzt (s. Abb.). Seine gespielten Klangschalen sind ideal für die Begleitung einer stillen Meditation.

Yoga-Bewegung

Nicht zu vergessen ist die Yoga-Bewegung, die zeitgleich stattfand. Yoga wurde bereits länger praktiziert im Westen, richtig populär wurde es aber erst in den 80er und 90er Jahren. Mit dem Yoga-Boom wurde auch die Klangschale im Westen bekannt, da man diese im Yoga oft zum Ein- oder Ausklang der Stunde oder zur Entspannung einsetzte. Gesundheitsbewusste Menschen lernten die zunächst fremd anmutende, wohlklingende Metallschale schnell schätzen.

Heute: Hip & Trendy

Heute sind Klangschalen weit verbreitet und geradezu ein Symbol für Entspannung und Wohlbefinden. In Anbetracht der hektischen Zeit wundert dieser Erfolg nicht. Selbst bekannte Designer wie Donna Karan bieten eigene Klangschalen an. Jedes Spa oder Wellness-Center, das etwas auf sich hält, arbeitet mit Klangschalen. Erfolgreiche Manager lassen sich von ihnen auf ihrem Schreibtisch an ihre Achtsamkeitsübung erinnern, und in Schulen und Kindergärten gehören sie inzwischen zum bewährten Mittel zur Förderung der Aufmerksamkeit.

Fazit

Die Geschichte der Klangschalen führt also nach vielen Jahrhunderten auch in den Westen, wo sie sehr erfolgreich angekommen sind. Nicht ohne Grund. Denn ihre positiven Wirkungen sind aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Wer mehr über diese interessanten Schalen wissen möchte, empfehle ich folgende Bücher: 

 

Michael Reimann KlangschalenDavid Lindner: Gesang der Stille (Buch)

Peter Hess: Klangschalen für Gesundheit und innere Harmonie

 

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